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Karibische Strände, Wanderparadies und lohnenswertes Ziel für Gourmets: Das alles und noch viel mehr ist Korsika. Die Insel ist bekannt für ihre ungezähmte Schönheit und wildwuchernde Natur. Wer sich zwischen Strand- , Wander- und Kultururlaub nicht entscheiden kann, kann getrost nach Korsika reisen, denn hier wird er die Voraussetzungen für alle drei Urlaubsarten erfüllt vorfinden – und das bei besten Wetterverhältnissen und mitten in Europa!

Der erste Weg auf Korsika führt mich immer in die Patisserie – wie es sich für einen Frankreich-Aufenthalt auch gehört. Auf französischem Boden angekommen, ist es eine kulinarische Pflicht, sich sofort mit frischem Baguette, einer Auswahl an köstlichen Tartelettes, Éclairs und Beignets (eine Art Krapfen, den es mit allerlei Füllungen gibt und der zum festen Inventar eines jeden Strandverkäufers gehört) einzudecken. Eine bessere Belohnung für die lange Anreise kann es nicht geben; denn wenn man nicht das Flugzeug wählt (Flugzeit ca. 2 h), führt der lange Weg im Auto aus Deutschland über die Schweiz und durch Italien, wo man meist in Genua in eine Fähre steigt, um 400 km Mittelmeer zu überbrücken. Doch wenn man Glück hat, erspäht man während der Überfahrt (ca. 4 – 6 h) Delphine oder sogar Wale – ein Fernglas im Gepäck dabei zu haben, kann also durchaus dazu beitragen, sich die Zeit an Deck zu vertreiben. Auch kann man die Zeit gut verschlafen, denn auch Nachtfahrten (8 – 10 h) werden angeboten (nach einer so langen Autofahrt eine gute Option!).

Warum Korsika?

Warum eigentlich Korsika? Das Reiseziel gehört nicht gerade zu den bekanntesten und von Freunden hört man oft genug, sie seien auf Mallorca, Gran Canaria oder in Kroatien gewesen. Korsika hört man jedenfalls seltener. Ein Grund hierfür ist, dass Korsika touristisch wenig erschlossen ist. Und aus meiner Sicht ist das einer der großen Vorzüge dieser Insel!

Blumenwiese in CorteApropos Vorzüge: Korsika vereint so mancherlei Vorzüge in sich. Auf Korsika findet sich nicht nur die französische Lebensart (mit all ihren Gourmandises) , die Korsen haben eben das Beste aus der französischen Kultur übernommen und sich ihre eigenen Stärken und ihre korsische Identität bewahrt: Ihre eigene Sprache, ihre Gastfreundschaft, Gemütlichkeit und ihr kulinarisches Repertoire, in dem Kastanien jedweder Verarbeitungsart (Kekse, Brot, Honig, Bier u.v.m.), Wildschweinwurst (denn die wildlebenden Tiere sind reichlich in der Macchia vorhanden) und ein ziemlich penetrant riechender Schimmelkäse fest verankert sind. Doch von all dem ahnt man ja noch nichts, wenn man die Insel zum ersten Mal besucht.

„Île de Beauté“ – Insel der Schönheit

KorsikaDer erste und unvergessliche Eindruck dieser Insel wird daher von der atemberaubenden Schönheit des grünen Eilands geprägt. Nicht umsonst trägt die Insel den Titel „Île de Beauté“ – Insel der Schönheit. Die wundervolle, vielfältige, mediterrane Natur ist schon den Römern aufgefallen, die ihr diesen Namen als erstes verliehen. Glücklicherweise findet ein Besucher der heutigen Zeit die Natur auf der Insel ebenso in prächtigem und wohlerhaltenem Zustand vor. Die Wälder und die Macchia strotzen nur vor satten Farben und Vielfalt, verströmen aromatische Gerüche und machen die Insel schon von weiter Ferne zu einem auffällig grünen Punkt im Blau des Mittelmeers. Kurzum: Hier ist noch alles so, wie es sein soll.

Esel in St. Antonino auf KorsikaAuf der Insel angekommen, muss man sich eingestehen, nicht alles Sehenswerte innerhalb eines Aufenthalts bestaunen zu können, zu viele Möglichkeiten, verschiedene Landschaften mit Bergen, Tälern und Ebenen, ein Traumstrand nach dem anderen und eine Vielzahl an pittoresken Städtchen und Dörfchen gibt es zu entdecken!

Übrigens ist Korsika auch ein Paradies für Wanderer! Hierzu bietet sich jede Jahreszeit an, am angenehmsten und schönsten ist es aber im Frühling, wenn die Macchia in schillernden Farben blüht und Wohlgerüche verbreitet. Das „Gebirge am Meer“ wie Korsika auch genannt wird, lässt sich auf Küsten- und Bergwanderungen sowohl auf einfachen Wanderwegen als auch auf anspruchsvollen Touren erkunden. Der Kultweg schlechthin auf Korsika ist jedoch der GR 20 – ein Fernwanderweg von Nord nach Süd. Von Calenzana bei Calvi geht es über den Verlauf des Hauptgebirgskammes, der teilweise über den korsischen Nationalpark führt, nach Conca im Südosten der Insel. Kein Wunder also, dass die Wegführung auf Korsisch „Frau li monti“ (durch die Berge) genannt wird.

Die Balagne – der Garten Korsikas

Blick auf die Balagne auf KorsikaVon besonderer Schönheit ist die fruchtbare Balagne geprägt, das hügelige Gebiet zwischen Küste und Bergland im Nordwesten der Insel wird daher auch als Garten Korsikas bezeichnet. Unser Aufenthalt beschränkte sich in der Hauptsache auf diese Gegend. Nicht nur Wein ziert hier die Hänge: Kastanien, Olivenhaine und Zitrusfrüchte gehören ebenso zum Bild. Die Orte Calvi, L’Île-Rousse und Algajola sind allemal einen Besuch wert – nicht nur wegen der grandiosen Gebirgslandschaft, die in ihrem Hintergrund in bis zu 2.000 Meter Höhe ragt. In Fußläufiger Entfernung lassen sich hier die sandigen Traumstrände erreichen, die ein karibisches Flair aufkommen lassen. Und all das mitten in Europa!

Geheimtipps für Ausflüge in der Balagne:

    • PignaPigna, das Künstlerdorf, bietet an jeder Ecke interessante Perspektiven und Kunstobjekte der Bewohner. Hier ist fast jeder Einwohner künstlerisch tätig; hier wird nicht nur gemalt, sondern auch fleißig geschnitzt und getöpfert. Vor Sonnenuntergang herrscht hier ein besonders warmes, fast rötliches Licht, das sich nicht nur über die Hausfassaden, sondern auch das gegenüberliegenden Gebirgsmassiv legt. Zauberhaft!

 

    • Nicht weit entfernt liegt Corbora – berühmt für sein im 15. Jhd. erbautes Kloster.

 

    • Blick von St. Antonino auf KorsikaSt. Antonino: Ein Ort, der einem Adlerhorst gleicht und ein typisch korsisches Bergdorf obendrein. Die Häuser scheinen dem Berg abgetrotzt worden zu sein, so mancher Fels geht in ein Haus über. Zufahrt mit dem PKW haben hier nur die Einwohner, bei der Kirche befindet sich ein großer Parkplatz für Besucher. Hier darf man auf einem Esel, der generell zum korsischen Landschaftsbild gehört, in die Stadt reiten. Die Aussichtsterrasse am höchsten Punkt des Dorfes bietet einen unglaublichen Blick in die Balagne, über die Küste, bis hinaus aufs weite Meer. Am besten, man erwischt hier den Sonnenuntergang!
Blick von Occi auf Korsika
    • Das verlassene Dorf Occi liegt auf einer kleinen Ebene hinter Lumio. Man sollte gut zu Fuß sein, denn Occi ist nur über einen kleinen, steinigen Weg zu erreichen, der in die Höhe führt. Von hier aus genießt man einen grandiosen Ausblick auf die Küste und das in Türkis- und Blautönen schimmernde Meer. Das verlassene Dorf an sich ist natürlich auch faszinierend.

 

  • Zitadelle in Corte KorsikaCorte – im Herzen der Insel gelegen und als heimliche Hauptstadt gehandelt. Hier befindet sich die einzige Universität Korsikas. Durch die grüne Umgebung ist Corte ein idealer Ausgangspunkt für Wanderer. Der Ort wird von einer Zitadelle aus dem 15. Jhd überragt. Hier, am höchsten Punkt Cortes, liegt auch das Musée de la Corse und im Hof finden ab und an Künstlerausstellungen statt. Ein tolles Restaurant in Corte ist „U Museu“ – hier wird korsische Küche im Menü angeboten.

 

Steile Klippen, flache Strände, Macchia & Meer

Steilküste auf KorsikaNicht nur aufregende und steile Klippküsten erstrecken sich an der Küste; ein Drittel Korsikas besteht aus Strand. Die Strände sind zahlreich, von karibischer Schönheit und meist auch familienfreundlich. Die flach ins Meer abfallenden Strände sind für Kinder gut geeignet und meist von Rettungsschwimmern überwacht. Badefreuden erwarten den Besucher rund um die ganze Insel. Kristallklares, sauberes Wasser, dessen Bewohner sich bei einer Schnorcheltour beobachten lassen, lädt dazu ein, die Unterwasserwelt zu erkunde n. Hierzu sollte man sich einen eher steinigen Strand suchen, da sich die Fische hier eher auffinden lassen.

In der Balagne locken Strände wie Lozari, Ostricon und der Strand von Arinella / Lumio. Die Strände der Orte sind immer schnell erreicht und lassen sich daher gut an ein Besichtigungsprogramm anschließen. So auch der Stadtstrand von L‘Île Rousse , der besonders gut für Kinder geeignet ist. Wer von seinem Strandplatz aus keine Spuren der Zivilisation sehen will, blickt am nahe gelegenen Strand Bodri-Strand auf Korsikavon Botre (Bodri), einer ebenfalls gut für Kinder geeigneten Sandbucht, nur auf Macchia und Meer. Der wegen seiner ausnehmenden Schönheit bekannteste Strand Palombaggia befindet sich bei Porto-Vecchio im Süden der Insel. Entsprechend gut ist er auch besucht, wer also Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist gut damit beraten, sich eine der vielen kleinen Buchten mit Sand- und Kiesstränden auszusuchen – oder sucht sich ein Plätzchen an den endlos scheinenden Sandstränden, die sich zwischen Bastia und Solenzara erstrecken.

Fazit

Dieses Juwel des Mittelmeers sollte man sich nicht entgehen lassen! Korsika ist so vielfältig – und für Wanderer darüber hinaus ein zu jeder Jahreszeit lohnenswertes Reiseziel, das mitten in Europa gelegen ist! Im nächsten Urlaub geht es für uns auf alle Fälle wieder nach Korsika – diesmal in den Süden.

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